Forschung

BMBF fördert Medizininformatik des UKSH und der CAU mit 2,8 Mio. Euro

Foto: UKSH

23.08.18 · 

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Mit dem Erhalt eines umfangreichen Förderbescheides des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Medizininformatik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) einen wichtigen nationalen Meilenstein erreicht. Die umfassenden Fördermittel sollen ab September 2018 dafür eingesetzt werden, im Norden die Digitalisierung der Patientendaten zum Wohle von medizinischer Forschung und Versorgung weiter auszubauen.

 

Das BMBF hat 2015 die „Medizininformatik-Initiative“ zur bundesweiten Vernetzung der IT-Einrichtungen von Universitätskliniken begründet und fördert unter diesem Dach vier Konsortien. Das UKSH hat sich Anfang 2018 gemeinsam mit der CAU um die Aufnahme in das Konsortium HiGHmed beworben, dem neben den Universitätskliniken Heidelberg, Göttingen und Hannover auch das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg angehört. Am 21. August 2018 erhielten die schleswig-holsteinischen Partner die Nachricht des BMBF, dass ihre Beteiligung an HiGHmed für die nächsten 3,5 Jahre mit insgesamt 2,8 Mio. Euro gefördert werden soll. Mit der BMBF-Förderung ist der Auftrag verbunden, am Campus Kiel des UKSH ein Datenzentrum aufzubauen, in dem alle für die Zusammenarbeit von Ärzten und Wissenschaftlern notwendigen Informationen aus Forschung und Klinikalltag zusammengeführt und gespeichert werden.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen liefert immer mehr Daten von unschätzbarem Wert. Universitätskliniken spielen dabei eine besondere Rolle, weil dort häufig Patienten mit schweren und komplizierten Erkrankungen behandelt werden. Das Potential der Daten wird aber selten voll ausgeschöpft, weil sie an vielen verschiedenen Stellen in verschiedenen Kliniken entstehen und häufig nicht mit einander verknüpft werden können. Außerdem gibt es viele ethische und rechtliche Fragen, die vor einer Nutzung der Daten geklärt werden müssen.

UKSH und CAU widmen sich diesem Anliegen schon seit geraumer Zeit mit großem Erfolg.

„Medizininformatik unterstützt die Digitalisierung unseres Universitätsklinikums im Interesse der Patienten. Sie schafft die Grundlage für eine bessere Diagnostik und Therapie“, sagt Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH. „Gerade für innovative Forschung, die einen direkten Nutzen für den Patienten anstrebt, ist eine enge Verbindung zur Versorgung unerlässlich“, erläutert Prof. Dr. Michael Krawczak, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik und Statistik der CAU. Hierzu seien umfangreiche organisatorische und technische Anstrengungen erforderlich, ergänzt Prof. Dr. Björn Bergh, der als einer der Planer des HiGHmed-Konsortiums Anfang 2018 von Heidelberg nach Schleswig-Holstein kam und hier als Professor an der CAU und als Chief Digital Officer (CDO) im UKSH tätig ist. „Wir werden auf vielen Ebenen nachhaltig investieren müssen – in neue Hard- und Software ebenso wie in neue Köpfe“, so Prof. Bergh. Neben dem technischen Brückenschlag zwischen Forschung und Versorgung zielt das Programm des BMBF auch auf eine personelle Stärkung der Medizininformatik ab, die in Deutschland lange ein Schattendasein führte. „UKSH und CAU haben darauf mit der Bereitstellung der neuen Professur für Herrn Bergh reagiert“, freut sich Prof. Dr. Ulrich Stephani, Dekan der Medizinischen Fakultät der CAU und UKSH Vorstandsmitglied für Forschung und Lehre. Alle Beteiligten seien dem BMBF dankbar für die Möglichkeit, die bislang in Schleswig-Holstein geleistete, erfolgreiche Arbeit ab Herbst 2018 mit finanzieller Unterstützung des Bundes fortsetzen und ausweiten zu können.

Weitere Informationen zur Medizininformatik-Initiative des BMBF gibt es unter www.bmbf.de/de/bessere-therapien-dank-medizininformatik-4473.html

Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein


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