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Health-IT |

Boom ante portas?

Bild: © aleutie

Als „neues Nervensystem des Gesundheitswesens“ bezeichnet Accenture Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinenlernen. Prognose: Bis 2021 soll sich der Weltmarkt verelffachen.

 

Seit Amazon sein Echo-System eingeführt hat, sind Künstliche Intelligenz (KI) und die darauf aufsetzenden Messenger Plattformen auf dem Weg in unser aller Wohnzimmer. Die Analysten von Accenture sehen die KI auch im Gesundheitswesen zu einer Killer-Technologie heranreifen. Innerhalb weniger Jahre, bis 2021, soll sich das globale Marktvolumen von derzeit 600 Millionen US$ auf dann 6,6 Milliarden US$ mehr als verzehnfachen.

 

Das Vokabular ist dabei durchaus großspurig. KI denke nicht nur selbst, sondern bezahle sich quasi auch selbst. Berechnet wird bei zehn wichtigen KI-Applikationen alleine auf kurze Sicht ein Einsparvolumen von 150 Milliarden US$ pro Jahr. Ganz oben stehen dabei KI-gesteuerte Operationsroboter, die allein 40 Milliarden US$ pro Jahr bringen. Es folgen virtuelle Pflegehelfer (20 Milliarden US$) und administrative Workflow-Assistenten (18 Milliarden US$), außerdem Tools die Abrechnungsbetrug entdecken, die Fehldosierungen reduzieren, die Medizingeräte vernetzen und die Patienten für klinische Studien identifizieren. Kurz gesagt: Wenn man die OP-Roboter mal ausklammert, geht es bei der KI Accenture zufolge zunächst überwiegend um Workflows, nicht so sehr um Diagnose oder Therapie.

 

Etwas genauer geht Accenture auf die virtuellen Pflegehelfer ein. Hier sehen die Berater den Nutzen in der automatischen Symptomanalyse und Alarmierung. Dadurch würden „unnötige“ Besuche am Patientenbett um 20 Prozent reduziert. Wie wünschenswert das ist, ist die andere Frage, beschwert sich doch schon heute kaum ein Patient über zu viel Personalkontakt. Wenig überraschend stehen auch die klinischen Triage-Systeme in den Accenture-Prognosen relativ weit oben. Bis 2026 könne etwa ein Fünftel des zusätzlichen Bedarfs an Ärztezeit durch triagierende KI-Systeme abgedeckt werden, schätzen die Analysten.

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM