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Chronische Versorgung gelingt besser mit digitaler Kontinuität

Doctor.One

Das heutige Versorgungsmodell spiegelt den Alltag von Patienten – vor allem von Menschen mit chronischen Erkrankungen – nur unzureichend wider. Zwischen geplanten Untersuchungen und Terminen entstehen Lücken, in denen Unsicherheit über Symptome, Nebenwirkungen und Entscheidungen wächst. Neue digitale Lösungen setzen genau hier an, indem sie einen kontinuierlichen Zugang zu ärztlicher Expertise ermöglichen und damit eine bisher unsichtbare Versorgungslücke schließen.

 

Das visitenbasierte System und seine stille Versorgungslücke

Die Versorgung chronisch kranker Menschen in Deutschland bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen medizinischer Präzision und struktureller Begrenzung. Diagnostische und therapeutische Entscheidungen sind auf höchstem Niveau, doch das System, das diese Entscheidungen trägt, orientiert sich weiterhin am Rhythmus von Terminen und Episoden. Für Erkrankungen, die ein langfristiges, oft schwankendes Management erfordern, ist dieses Modell nur bedingt geeignet. Die Lücke zwischen den Kontakten ist groß – und gerade in dieser fehlenden ärztlichen Begleitung entscheidet sich oft, ob eine Behandlung erfolgreich ist.

Diese Diskontinuität wird besonders bei chronischen Erkrankungen wie etwa Multipler Sklerose (MS) sichtbar. Die Erkrankung verläuft individuell, oft unvorhersehbar, und beeinflusst körperliche Funktionen sowie kognitive und emotionale Prozesse. Die Unsicherheit, die daraus entsteht, betrifft die Lebensführung selbst. Patienten berichten häufig darüber, dass der Moment des Zweifelns – ein neues Symptom, eine unerklärliche Müdigkeit, ein kognitives Stolpern – dann entsteht, wenn ärztlicher Rat nicht verfügbar ist. Das klassische System bietet an diesen Stellen lediglich einen Hinweis: „Beim nächsten Termin besprechen wir es.“

Dass digitale Kommunikation hier einen strukturellen Mehrwert schaffen kann, ist inzwischen gut belegt. In der Studie Building digital patient pathways for the management and treatment of multiple sclerosis schreiben die Autor:innen, digitale Behandlungspfade könnten „komplexe Therapieprozesse strukturieren, transparenter machen und Patienten durch ihren Alltag begleiten.“ Gemeint ist eine integrierte Form der Versorgung, die die Beziehung zwischen Patienten und Behandelnden in den Alltag integriert.

 

Neuropsychologische Lasten. Der Alltag unterwandert die Therapie

Besonders entscheidend wird dies, wenn man die neuropsychologischen Belastungen der MS berücksichtigt. Das Weißbuch Multiple Sklerose beschreibt deutlich, dass Fatigue, kognitive Verlangsamung und depressive Symptome bereits früh auftreten können und „die Fähigkeit zur Therapieadhärenz erheblich beeinträchtigen“.

Viele Betroffene kennen diese Realität: Selbst, wenn der Wille zur Behandlung vorhanden ist, fehlt oft die kognitive oder emotionale Energie, um sie konsequent umzusetzen. Termine werden vergessen, Medikationspläne geraten durcheinander, Warnsignale werden zu spät erkannt. Die emotionale Stabilität, die eine langfristige Therapie erfordert, wird im Alltag immer wieder herausgefordert. Finden Arztbesuche nur alle paar Monate statt, lässt sich der Gesundheitszustand der Patienten ebenso wenig wie ihre Sorgen der zurückliegenden Monate angemessen besprechen.

Genau an dieser Stelle setzt moderne digitale Gesundheitsunterstützung an und erweitert die Versorgung dort, wo sie bislang nur eingeschränkt vorhanden ist. Durch niedrigschwelligen Kontakt zwischen Ärzten und Patienten, z.B. kurze fachliche Einschätzungen und Ratschläge, entsteht eine Form digitaler Begleitung, die Unsicherheiten abfedert, bevor sie klinisch relevant werden. Patienten erhalten dadurch Orientierung nicht nur im Rahmen eines Praxisbesuchs, sondern genau dann, wenn der Bedarf entsteht. Für viele macht dies den entscheidenden Unterschied zwischen stabiler Therapietreue und emotionaler Überforderung aus.

 

Wie Kontinuität zur medizinischen Ressource wird 

Ein solches digitales Angebot bietet beispielsweise Doctor.One. Mit einer kontinuierlichen medizinischen Versorgungsplattform unterstützt das Unternehmen Ärzte dabei, ihre Patienten durchgängig zu begleiten, Therapieadhärenz zu stärken und die Wirksamkeit der Behandlung zu erhöhen. Es geht darum, wiederkehrende Fragen zu beantworten, bevor sie zu Fehlentscheidungen führen; darum, Patienten das Gefühl zu geben, dass ein medizinischer Blick auf ihren Verlauf jederzeit verfügbar ist.

Die Plattform ermöglicht es, frühe klinisch relevante Signale zu erfassen, die für die Behandlungsergebnisse und das psychische Wohlbefinden entscheidend sind. Genau diese kleinen Impulse entfalten in der Versorgung die größte Wirkung: Sie verhindern Abbrüche, stützen Routinen und erinnern daran, dass chronische Erkrankungen nicht episodisch sind.

Martin Eberhart, Chief Commercial Officer von Doctor.One, beschreibt diesen Ansatz so: „Digitale Kommunikation schließt eine zentrale Versorgungslücke chronisch Erkrankter: Sie verbindet Ärzte und Patienten dort, wo das visitenbasierte System an seine Grenzen stößt – im Alltag zwischen den Terminen.“ Dieses Gefühl der permanenten Erreichbarkeit schaffe eine Form von Sicherheit, die in der klassischen Versorgung kaum möglich ist, schildert Eberhart.

 

Ein Versorgungssystem im Wandel und die Rolle innovativer Modelle

Dass solche digitalen Interventionen nachweislich wirken, zeigt auch die Studie Effectiveness of a digital lifestyle management intervention (levidex) to improve quality of life in people with multiple sclerosis: results of a randomized controlled trial. Das Autorenteam berichtet, dass die Anwendung klinisch relevante Verbesserungen der Lebensqualität, eine Verringerung krankheitsbedingter Ausfalltage sowie eine Zunahme der Aktivität bewirken konnte.

Digitale Angebote, wie das von Doctor.One, schaffen eine Grundlage für hybride Versorgungspfade; strukturieren Versorgungsprozesse und schließen eine zentrale Versorgungslücke, um Patienten sicherer durch ihren Therapieverlauf zu führen. Obwohl dieser Ansatz nachweislich die Versorgung chronisch kranker Menschen verbessert, verharrt das klassische Vergütungssystem in überholten Strukturen und bildet diese Fortschritte kaum ab.

„Um echte Fortschritte zu erzielen, braucht es auch in Deutschland Pilotregionen, in denen digital unterstützte Value-based-Care-Modelle für chronische Erkrankungen wie Multiple Sklerose unter realen Bedingungen erprobt werden“, fordert Eberhart. Nur so lässt sich zeigen, wie moderne Versorgung aussieht – und welche klinischen sowie ökonomischen Effekte sie erzielt.

In Deutschland gilt es nun, dieses Potenzial zu nutzen. Eine Studie von BARMER und Bertelsmann1 zeigt, dass Hausärzte im Jahr 2040 voraussichtlich nur noch etwa 87% des Versorgungsbedarfs abdecken können – nach voller Abdeckung im Jahr 2024. Besonders kritisch wird dies für die Versorgung chronisch kranker Menschen und in ländlichen Regionen, wo längere Wartezeiten und ein eingeschränkter Zugang zu Ärzten drohen.

Gleichzeitig zeigt der OECD-Bericht „Health at a Glance 2025“2, dass Deutschland viele Arztbesuche pro Person hat (im Schnitt 10 pro Jahr, ohne Zahnarzt, OECD-Durchschnitt: rund 6,6), ohne dass dies deutlich bessere Ergebnisse bringt. Angesichts des demografischen Wandels und der wachsenden Zahl chronisch Erkrankter wird es immer wichtiger, vorhandene ärztliche Ressourcen effizienter einzusetzen. Digitale und kontinuierliche Versorgungsmodelle können helfen, Betreuung stärker am tatsächlichen Bedarf auszurichten und die Qualität auch bei begrenzten Kapazitäten zu sichern.

Für Ärzte kann dieser Ansatz trotz engmaschiger Kommunikation letztendlich zur Entlastung führen - denn Anfragen ihrer Patienten werden strukturiert abgearbeitet und die Adhärenz mit der Behandlung verbessert nicht nur die Versorgung, sondern wirkt sich letztendlich auf die Effizienz im Behandlungsprozess aus. Dazu muss die digitale Kommunikation als integrierter Bestandteil des Arbeitsalltags aufgesetzt werden. Möglich wird dies durch eine intuitive Bedienbarkeit sowie durch Prozesse, die sich an bestehenden klinischen Routinen orientieren. „In der Entwicklung von digitalen Kommunikationslösungen müssen Ärzte eng eingebunden sein, damit diese Lösungen sich nahtlos in den Versorgungsalltag einfügen, ohne zusätzliche Komplexität zu erzeugen und administrative Belastungen zu reduzieren“, sagt Martin Eberhart. Mit fast einer halben Million dokumentierter Mikrointeraktionen in Bereichen wie Adipositas, Onkologie, Neurologie und Endokrinologie zeigt Doctor.One, dass dieser Ansatz sowohl klinisch als auch psychologisch wirksam ist.

 

 

Über Doctor.One

Doctor.One wurde 2021 als Medtech-Startup in Warschau gegründet und zählt zu den erfolgreichsten digitalen Versorgungsinitiativen in Polen. Nach Kooperationen unter anderem mit dem Universitätsklinikum in Danzig sowie Programmen mit internationalen Pharmaunternehmen wie Novartis, Novo Nordisk, Merck und AstraZeneca expandiert das Unternehmen in weitere europäische Märkte, darunter auch nach Deutschland.

https://www.doctor.one/de