Mit der nun dritten flächendeckenden Erhebung des digitalen Reifegrads deutscher Krankenhäuser wird der Fortschritt über einen Zeitraum von fünf Jahren sichtbar gemacht. Insgesamt nahmen 1.531 Krankenhäuser an der dritten Erhebung teil. Die große Zahl erneut teilnehmender Krankenhäuser ermöglicht eine belastbare Betrachtung von Entwicklungen über die Zeit. Der DigitalRadar zählt international zu den umfassendsten als Längsschnitt angelegten Reifegradmessungen des digitalen Entwicklungsstandes von Krankenhäusern und ermöglicht eine nahezu flächendeckende Betrachtung der Entwicklung in Deutschland.
„Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass die Digitalisierung der Krankenhauslandschaft vorangekommen ist. Gleichzeitig sehen wir, dass digitale Transformation kein Selbstläufer ist und weiterhin gezielte Unterstützung sowie langfristige Investitionen erforderlich bleiben“, erklärt Prof. Dr. Volker Amelung, Konsortialsprecher des DigitalRadar und Geschäftsführer des inav.
Digitalisierung verbessert sich in allen Bereichen, aber unterschiedlich schnell
Über sämtliche Dimensionen hinweg zeigen sich Fortschritte. Besonders deutlich fallen die Verbesserungen in den Bereichen Strukturen und Systeme, Informationsaustausch und klinische Prozesse aus. Die Entwicklung bleibt zwischen einzelnen Themenfeldern jedoch unterschiedlich ausgeprägt.
Die Auswertung der Subdimensionen zeigt, dass insbesondere organisatorische und infrastrukturelle Voraussetzungen für Digitalisierung inzwischen deutlich stärker ausgeprägt sind. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen bei der breiten Nutzung digitaler Anwendungen und deren Integration in den klinischen Alltag.
„Die Ergebnisse zeigen nicht nur Fortschritte beim Ausbau digitaler Strukturen, sondern machen auch deutlich, dass die Nutzung und Verankerung digitaler Lösungen zunehmend in den Fokus rücken muss“, sagt Ronan O‘Connor, Vice President und Geschäftsführer (EMEA) bei HIMSS.
Fortschritte zeigen sich über alle Versorgungsstufen hinweg
Die Ergebnisse zeigen, dass die Digitalisierung über alle Versorgungsstufen hinweg vorangeschritten ist. Besonders kleinere Krankenhäuser konnten ihren digitalen Reifegrad weiter steigern und zu größeren Einrichtungen aufschließen. Die Ergebnisse deuten damit darauf hin, dass sich bestehende Unterschiede im digitalen Reifegrad tendenziell verringern und die Impulse des KHZG in der Breite des Versorgungssystems wirken.
Auch auf Ebene der Bundesländer zeigt sich eine insgesamt positive Entwicklung: In allen Ländern konnten Verbesserungen gegenüber der vorherigen Erhebung festgestellt werden.
„Die dritte DigitalRadar-Messung zeigt, dass die Digitalisierung der deutschen Krankenhäuser deutlich vorangekommen ist. Besonders erfreulich ist, dass Fortschritte über alle Versorgungsstufen hinweg sichtbar werden und die Digitalisierung zunehmend in der Breite wirkt. Das ist ein starkes Signal dafür, dass das Krankenhauszukunftsgesetz und die gemeinsamen Anstrengungen von Bund, Ländern und Krankenhäusern Wirkung entfalten“, resümiert Thomas Renner, Unterabteilungsleiter für Neue Technologien, Daten und Forschung im Bundesministerium für Gesundheit.
Datengrundlage mit hoher Aussagekraft
Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse bleibt aufgrund der stabilen Stichprobenstruktur gewährleistet. Rund 93,7 Prozent der Krankenhäuser aus der ersten Erhebung nahmen erneut teil. Damit stellt der DigitalRadar weiterhin eine international herausragende Datenbasis zur Bewertung der digitalen Reife von Krankenhäusern bereit.
Der finale Abschlussbericht mit weiterführenden Analysen und vertiefenden Auswertungen wird zum Ende des Jahres veröffentlicht.
Quelle: Konsortium „DigitalRadar Krankenhaus“
