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Health-IT |

EFA entwickelt virtuelle „Sicherheitstüren“

Zur diesjährigen conhIT rückt der Verein Elektronische FallAkte e.V. mobile Technologien in den Fokus (Halle 2.2, Stand E-112). Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST) in Dortmund und dem Universitätsklinikum Aachen präsentiert der Verein einen funktionsfähigen Prototyp der neuentwickelten „myEFA-App“. Diese Smartphone-Anwendung steht beispielhaft für eine neue Generation mobiler medizinischer Informationstechnologien und eine Strategie flexibler Vernetzung. Nächster Schritt in diesem zukunftweisenden Konzept ist die Entwicklung einer offenen EFA-Schnittstelle für den Datenaustausch mit Medizinanwendungen externer Anbieter.

 

Mobile Informationstechnologien haben das Potenzial, das Gesundheitswesen zu revolutionieren: Aktuellen Erhebungen zufolge nutzt bereits jeder dritte Deutsche ab 14 Jahren Fitnessarmbänder, Smart-Watches oder andere „Wearables“, die auf Schritt und Tritt persönliche Gesundheitswerte ermitteln. In der Nachsorge und Reha kommt vergleichbare Technik ebenfalls zunehmend zum Einsatz. Dieser Trend spiegelt nicht nur das gewachsene Interesse der Patienten an objektiven Informationen über den eigenen Zustand, sondern eröffnet auch völlig neue medizinische Möglichkeiten, etwa für eine ortsunabhängige Patientenbetreuung durch Fachpersonal in Echtzeit. Allerdings steht die Entwicklung in mancher Hinsicht noch am Anfang: „Der Nutzen mobiler telemedizinischer Anwendungen im Gesundheitswesen steht und fällt letztlich damit, wie es gelingt, externe Daten aus unterschiedlichen Quellen sicher und verlässlich in vorhandene IT-Infrastrukturen einzubinden“, betont Volker Lowitsch, 1. Vorsitzender des EFA-Vereins und Leiter des Geschäftsbereichs IT am Universitätsklinikum Aachen: „Der Datenschutz stellt aus gutem Grund hohe Anforderungen an die Kommunikation zwischen Arzt und Patient via E-Mail, Videochat oder Smartphone. Sensible Patientendaten dürfen nicht in falsche Hände gelangen, und es darf keinen Datenverlust geben, der medizinische Entscheidungen beeinflussen könnte.“

 

Wie funktioniert die myEFA-App?
Ein neues Konzept für den sicheren Zugang zu Elektronischen FallAkten via Smartphone hatte der EFA-Verein vor einigen Monaten öffentlich vorgestellt. Besucher der conhIT können sich auf dem Messestand anhand eines vom Fraunhofer ISST entwickelten, funktionsfähigen Prototyps informieren, was die „myEFA-App“ leistet: „Über die Smartphone-Anwendung erhalten Patienten Einsicht in wichtige medizinische Dokumente zu ihrer aktuellen Erkrankung und können zudem weiteren behandelnden Ärzten einen raschen Überblick über den bisherigen Behandlungsverlauf geben“, erläutert Dr. Wolfgang Deiters vom Fraunhofer ISST. „Damit trägt die myEFA-App auch dem Anspruch auf umfassende Information, den das 2013 in Kraft getretene Patientenrechtegesetz einfordert, elegant und zeitgemäß Rechnung.“


Der Bedarf an solchen mobilen Anwendungen für die Elektronische FallAkte sei groß. „Wenn ein ambulanter Pflegedienst zum Beispiel einen Geriatriepatienten nach einem Klinikaufenthalt wieder zu Hause versorgt, ist es hilfreich für die Pflegekräfte vor Ort, die ärztlichen Verordnungen immer aktuell präsent zu haben“, sagt Volker Lowitsch. Auch in der Reha und der Langzeitnachsorge kommen immer neue medizinische Apps auf den Markt, die sinnvoll in eine EFA eingebunden werden könnten: „Man denke etwa an eine Spezialeinrichtung für Adipositas, die ihre Patienten nach der Entlassung, bei der Umstellung ihrer Lebensweise im häuslichen Alltag, anhand von Vitaldaten noch einige Wochen unterstützt und begleitet“, so Lowitsch: „Solche Angebote müssen nicht nur medizinisch sinnvoll aufgesetzt werden, sondern bereits bei der Entwicklung müssen auch Fragen des Datenschutzes gründlich bedacht sein. Diesen Schritt möchten wir potenziellen Anbietern erleichtern.“

 

Neue Schnittstelle für externe mobile Lösungen
Darum kündigt der EFA-Verein die Entwicklung einer offenen Schnittstelle an, über die mobile Daten aus Gesundheitsanwendungen externer Anbieter datenschutzgerecht in die EFA-Infrastruktur integriert werden können. „Wie alle bisher verfügbaren EFA2.0-Spezifikationen, wird auch diese Schnittstelle auf Basis von HL7 entwickelt und von uns in das international anerkannte IHE-System eingebracht“, betont Volker Lowitsch. Die conhIT biete den perfekten Rahmen, um sich mit Entwicklern, Anbietern und potenziellen künftigen Nutzern über technische Anforderungen und Rahmenbedingungen abzustimmen. Langjährige und designierte Anbieter von EFA-Diensten, wie die Healthcare IT Solutions GmbH, die FACT’IT GmbH oder die Rechenzentrum Volmarstein GmbH, begrüßen die Entwicklung der offenen EFA-Schnittstelle und planen ihrerseits, medizinische Anwendungen dafür zu entwickeln.

 

Quelle: Verein Elektronische FallAkte e.V.