E-HEALTH-COM ist das unabhängige Fachmagazin für Gesundheitstelematik, vernetzte Medizintechnik , Telemedizin und Health-IT für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Mehr

Für das ePaper anmelden

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden

Anmelden

Passwort vergessen?

Medizin |

Gezielt versorgen in der Hautarztpraxis - 63 Prozent würden Online-Hautchecks nutzen

In der Gesundheitsversorgung stehen weitreichende Reformen an. Die SBK zeigt am Beispiel Hauterkrankungen, wie eine gezieltere Versorgung gelingen kann. Eine repräsentative Befragung zeigt: Viele sind offen für neue Versorgungsformen.

 

Die Grafik veranschaulicht einen idealtypischen Pfad am Beispiel Hauterkrankung; Grafik: © SBK

In der Dermatologie sind die Wartezeiten häufig lang. Je nach Wohnort dauert es einen Monat und länger, bis gesetzlich Versicherte einen Termin in der Hautarztpraxis erhalten. In der Zeit werden Betroffene mit ihrem Anliegen häufig allein gelassen. Genau hier setzen Ersteinschätzungstools an. Sie bieten erste Sicherheit für die Patient:innen und sind Einstieg in eine gezielte medizinische Versorgung. In der Dermatologie bieten digitale Tools zur Einschätzung von Hautveränderungen große Potenziale. Eine repräsentative Befragung des Instituts YouGov im Auftrag der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse zeigt: 63 Prozent würden solche Online-Hautchecks nutzen, wenn sie zeitnah keinen Termin in der Hautarztpraxis erhalten.

Knapp ein Drittel der Befragten kennt die Möglichkeit, Online-Hautchecks zu nutzen. Von den Befragten, die die Angebote kennen, haben 38 Prozent schon mal einen Online-Hautcheck genutzt. Die SBK bietet ihren Versicherten bereits seit Sommer 2025 einen digitalen Hautcheck an. Christina Bernards, Leiterin für innovative Versorgungsangebote bei der SBK, betont: „Unser Online-Hautcheck wird sehr gut angenommen. Die Versicherten schätzen vor allem, dass sie nach der fachärztlichen Rückmeldung wissen, wie es weitergeht. Sie erhalten Sicherheit, ob ein Arztbesuch nötig ist. Alternativ bekommen sie direkt ein E-Rezept oder Tipps, wie sie ihr Hautproblem zu Hause lindern können.“

Ersteinschätzung ist Einstieg in eine gezielte Behandlung
Die Ergebnisse der Ersteinschätzung bieten eine Basis für den Einstieg in eine gezielte Behandlung. Deshalb ist sie ein wichtiger Pfeiler in den Reformplänen des Bundesgesundheitsministeriums. Dabei ist diese Idee in Europa nicht neu. In anderen europäischen Ländern wie beispielsweise in Finnland ist eine Ersteinschätzung vor dem Arztbesuch für die Menschen selbstverständlich.

An die Ersteinschätzung muss sich also ein klarer Behandlungsweg anschließen. Er stellt sicher, die Patient:innen gut zu versorgen und gleichzeitig die Kapazitäten in den Praxen effizient zu nutzen.

Was ist ein Behandlungsweg?
Unter einem Behandlungsweg versteht man den Weg der Patient:innen durch das Gesundheitswesen – vom Auftreten seines gesundheitlichen Problems über die Ersteinschätzung bis hin zur Behandlung und Nachsorge. Jede Station des Weges wird begleitet von konkreten Angeboten zur Orientierung, Beratung oder Versorgung. Dabei sollten sich analoge und digitale Versorgungsformen, wie Videosprechstunden oder Digitale Gesundheitsanwendungen ergänzen. Im Rahmen des Behandlungswegs arbeiten Ärztinnen und Ärzte, Krankenkassen, Apotheken sowie weiteres Fachpersonal gemeinsam an der gezielten Versorgung.
 
Tiefergehende Hintergrundinformationen zu Versorgungspfaden in der Dermatologie und ihren Erfolgsfaktoren finden Sie hier.

 

Quelle: SBK