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MedTech |

Kardiales Telemonitoring soll weiterentwickelt werden

Die deutsche Kardiologie werkelt an der organisatorischen Umsetzung des Telemonitorings bei der Herzinsuffizienz. Auch technisch deuten sich Innovationen an.

Bild: © BIOTRONIK SE & Co. KG

Mit dem Inkrafttreten der Qualitätssicherungsvereinbarung Anfang April 2022 ist das Telemonitoring bei der Herzinsuffizienz in der deutschen Regelversorgung definitiv angekommen. Erste Versorgungsnetzwerke schließen bereits Patienten ein. So seien etwa in Hamburg bereits 40 Patienten an Bord, wie Prof. Martin Bergmann vom Cardiologicum Hamburg und Asklepios Klinik Altona bei der DGK Jahrestagung in Mannheim berichtete.

 

Erste Telemedizinzentren rekrutieren schon unter EBM-Modell

Die Situation in Hamburg ist insofern besonders, als dort ambulante und stationäre Strukturen eng kooperieren und verzahnt sind. Andere Krankenhäuser, die sich schon länger im kardialen Telemonitoring engagiert haben, bleiben bei der Abrechnung per EBM-Ziffern dagegen erst einmal außen vor, sagte Dr. Eimo Martens, Rhythmologie am Klinikum rechts der Isar in München. Eine Option für diese Häuser sei die ergänzende Honorierung auf Basis direkter Verhandlungen mit den Krankenkassen. Das freilich wollen viele Kassen nicht. Und es ist auch insofern kein Gewinn, als es ja gerade Sinn und Zweck der EBM-Ziffern war, die mühsamen Einzelverträge zumindest teilweise unnötig zu machen.

 

Alternativ zum Krankenkassenvertrag sei ein Dienstleistungsmodell denkbar, bei dem Krankenhäuser ambulant geführte Telemedizinzentren unterstützen, so Martens. Dieser Weg wird in München beschritten. Modell drei sind persönliche Ermächtigungen durch die jeweilige KV, die aber nicht in allen regionalen Konstellationen möglich seien.

 

Multiparameter-Monitoring auch ohne kardiale Implantate?

Unstrittig unter den kardiologischen Telemedizinexpert:innen ist, dass eine technische Plattform mit ausgefeilten Alarmierungsalgorithmen einen wichtigen Erfolgsfaktor darstellt. Die Zukunft gehöre dabei wahrscheinlich Multiparameter-Prädiktoren, wie Prof. Thorsten Lewalter vom Internistischen Klinikum München Süd betonte. Die gibt es bisher freilich primär für das Device-basierte Telemonitoring. So hat die kürzlich publizierte SELENE-HF Studie einen Algorithmus evaluiert, der u.a. die mittlere Herzfrequenz, die Ruheherzfrequenz, Vorhofarrhythmien und die thorakale Impedanz berücksichtigt. Der daraus abgeleitete Score liegt den CE-zertifizierten HeartInsight-Alerts zugrunde, die jetzt für die kardialen Implantate des Berliner Unternehmen Biotronik zur Verfügung stehen.  

 

Für Menschen ohne kardiale Implantate könnten subkutane Loop-Rekorder eine Option darstellen, mit der sich die Zahl der für das Telemonitoring zur Verfügung stehenden Parameter ausweiten lässt und die Vorhersagen sich präzisieren lasse. Die Loop-Rekorder könnten mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet bzw. kombiniert werden, alles zusammengeschaltet per Smartphone-App, die dann die Daten an das jeweilige Telemedizinzentrum weiterleitet, wo ein Algorithmus der genutzten Plattform die Interpretation vornimmt. Biotronik will ab Herbst in der BIO|CONCEPT.HFmf/pEF Studie ein derartiges Konzept bei angestrebt 600 Patient:innen evaluieren.