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Medizin |

Leitlinien-KI: Wer ist zuständig?

Die Königsdisziplin für digitale Leitlinien ist die Nutzung im klinischen Kontext. Die Krebsmedizin will dieses Feld auch nichtkommerziell bearbeiten.

Bild: © SHIROKUMA-DESIGN – stock.adobe.com, 1942824885, Stand.-Liz.

Digitale Leitlinienregister und Content-Management-Systeme helfen bei der Erstellung von Leitlinien. Für eine kontextsensitive Einbindung digitaler Leitlinieninhalte in klinische Informationssysteme oder auch für ein digitales Leitlinien-Adhärenzmonitoring im Versorgungsalltag reicht das aber noch nicht. Niedrigschwellig zugänglich gemacht werden soll digitales Leitlinienwissen im Bereich Krebsmedizin durch den von der Deutschen Krebshilfe unterstützten OncoGuide, der aktuell beim Brustkrebs getestet wird. Es handelt sich um eine Art Leitlinien-Chatbot für Mediziner:innen. Der OncoGuide konkurriert mit kommerziellen, stark kapitalisierten KI-Chatbots wie Amboss AI, Open Evidence und Prof. Valmed.


Macht das Sinn? „Wir sehen einen Mehrwert darin, als Fachgesellschaft die Verantwortung nicht aus der Hand zu geben“, sagte Sebastian Griewing vom Institut für Digitale Medizin der Universität Marburg. „Fachgesellschaften wollen mitentscheiden, auf Basis welcher Evidenz agiert wird.“ Blackbox-Systeme seien da schwierig, zudem müsse zuverlässig sichergestellt werden, dass veraltetes Wissen aussortiert werde. Ebenfalls nichtkommerziell ist ein Projekt zum Leitlinien-Adhärenzmonitoring, das Gregor Lichtner von der AG Medizinische Informatik der Universitätsmedizin Greifswald vorstellte. Die Greifswalder mussten dafür die Leitlinien aufwendig semantisch annotieren und damit dann FHIR-Ressourcen erstellen, die mit den IT-Systemen interagieren können – ein Riesenaufwand. Künftig, so Lichtner, könnte das KI-unterstützt ablaufen. Aber: „Es muss ein Mensch dahinterstehen, der das kontrolliert.“