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Quo vadis intelligente Medizinrobotik? In Leipzig liegt die Antwort an der Schnittstelle zwischen KI, Spatial Computing, Medizintechnik, klinischer Validierung und Tech-Transfer. Auf kurzen Wegen erfahren Unternehmen hier Unterstützung durch ein umfassendes Ökosystem aus Förderinstitutionen, Vernetzungsformaten und Kapitalgebern. Das Ziel: Aus innovativen Forschungsideen schnell marktreife Navigations-, Robotik- und Assistenzsysteme zu machen.
Erfolgreiche Robotik-Unternehmen sind in Leipzig zu Hause
„Eine Hürde für intelligente Medizinrobotik ist die klinische Validierung,“ weiß Dr. Ronny Grunert von next3D. Das Uni Leipzig/Fraunhofer IWU Spin-off ist spezialisiert auf Mixed-Reality-Navigation, Instrumententracking, und individualisierte 3D-Modelle. „Unser Vorteil ist, dass wir direkt im Klinikumfeld agieren – und somit der Forschungstransfer hin zur Patientenanwendung zügig erfolgen kann,“ sagt Dr. Grunert. Auch das Leipziger Unternehmen PHACON nutzt Zukunftstechnologien wie Augmented, Virtual und Mixed Reality. Der Gewinner des FutureSax Wettbewerbs entwickelt 3D-anatomische Modelle, damit Chirurg:innen Eingriffe unter realitätsnahen Bedingungen trainieren und planen können.
TEDIRO Healthcare Robotics am Standort Leipzig/Ilmenau hat in Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten die Roboterplattform THERY entwickelt. Der mobile Roboterassistent begleitet und unterstützt orthopädische Patienten beim Gehen, erfasst Bewegungsabläufe zur therapeutischen Korrektur, gibt Feedback und dokumentiert den Trainingsfortschritt. „Unter Beteiligung des Technologiegründerfonds Sachsen haben wir 2024 für THERY eine siebenstellige Finanzierung erhalten,“ sagt TEDIRO-CEO und -Mitgründerin Anke Mayfarth. „Unser KI-gestütztes System verfügt über die CE-Kennzeichnung gemäß MDR und kann europaweit vertrieben werden, wobei wir uns aktuell auf den deutschen Markt konzentrieren und weitere Anwendungen für den Roboter entwickeln.“

Starkes Netzwerk an Forschungs- und Transfer-Partnern
Hinter diesen Erfolgsgeschichten steht ein starkes Netzwerk an Forschungs- und Transfer-Partnern. Am ICCAS Institut der Medizinischen Fakultät in Leipzig wird an der Schnittstelle von Medizin, Informatik und Engineering geforscht. Dort werden u.a. interoperable Systeme entwickelt und Roboter in bildgeführte OPs integriert. Support bei der industriellen Umsetzung finden Robotik-Unter-nehmen auch beim sächsischen Fraunhofer IWU. Es verbindet Produktionstechnik, Digitalisierung, additive Fertigung und Spatial Computing mit medizinischen Anwendungen. Als Organisator des ersten European Spatial Computing Healthcare Summit im Juni 2026 gelang es dem Institut, internationale Medtech-Innovatoren wie Apple nach Leipzig zu bringen.
Ein Netzwerk von 250+ Fachleuten steht hinter dem ScaDS.AI Leipzig, das mithilfe eines Supercomputers leistungsstarke KI, Computer Vision und Datenanalyse bietet. Das Transfer and Service Center führt Beratung, Trainings und Pilotprojekte mit Industriepartnern durch. Künftig wird auch das neue MITCenter an der Universitätsmedizin Leipzig Unternehmen unterstützen: von der Validierung ihrer Idee, über die Regulatorik und Partnervermittlung, bis zur klinischen Anwendung und zum Marktzugang.
Innovationen: Nähe zu Endnutzern trägt zur Risikominimierung bei
Die Uni Leipzig ist über das ICCAS auch an innovativer Robotik-Forschung beteiligt. Gemeinsam mit der HTWK Leipzig werden im Projekt „SoKoRoMed“ flexible und individualisierte Roboterwerkzeuge entwickelt. Eine starke klinische Entwicklungs- und Validierungsumgebung bietet das Zentrum für robotisch-assistierte und navigierte Chirurgie (ZRNC) am Uni-Klinikum Leipzig. Unternehmen können hier ihre Innovationen mit Nutzern verbessern, in Workflows integrieren, unter realen Bedingungen testen und als Referenz etablieren. Der Vorteil: Die Nähe zum Anwender schafft rasches Feedback, womit potenzielle Risiken früher sichtbar werden.
Kurze Wege von der neuen Idee bis zum marktreifen Produkt
Neben diesem wachsenden Ökosystem finden Innovatoren in Leipzig ein gut etabliertes Life Science Cluster: Der BioCity Campus bietet flexible Labor- und Büroflächen sowie kurze Wege zu Kooperationspartnern und Forschungseinrichtungen. Kongresse wie die OTWorld verschaffen der Branche internationale Sichtbarkeit vor Ort. Um skalierbare Produkte zu entwickeln, braucht die Medizinrobotik Daten, Engineering, klinisches Wissen und regulatorische Kompetenz. Leipzig verbindet alle diese Bausteine und bietet Unternehmen jeglicher Größe kurze Wege – von der neuen Idee bis zum marktreifen Produkt.
Text: Ursula Schönberg
Weitere Informationen:
https://www.leipzig-for-lifechangers.com/