Wunsch nach mehr Versorgungssteuerung aller Orten. Nicht nur hat der Fachdialog zum künftigen Primärversorgungssystem gerade begonnen. Auch die Notfallreform steht weiterhin auf der Agenda – und dort sind die Anforderungen an eine Patientensteuerung ganz ähnlich. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) fordern jetzt gemeinsam eine verbindliche Patientensteuerung in der Notfallversorgung.
Kernkomponente soll demnach ein Ticketsystem sein, bei dem Patient:innen obligat eine digitale oder telefonische Ersteinschätzung durchlaufen, auf deren Basis dann ein Notaufnahme-Ticket erstellt wird. Wer ohne Ticket mit einer Bagatellerkrankung in die Notaufnahme kommt, soll künftig bezahlen. „Notfallstrukturen müssen für diejenigen offenstehen, die medizinische Hilfe dringend benötigen – schnell und kostenfrei“, sagt Prof. Dr. Bernd Kladny, Generalsekretär der DGOU. „Ohne Verbindlichkeit und Konsequenzen bleibt Patientensteuerung wirkungslos. Das ist keine Strafe, sondern dient der Entlastung der Notfallversorgung“, sagt BVOU-Präsident Dr. Burkhard Lembeck.
Orthopäd:innen und Unfallchirurg:innen decken mit einem Anteil von rund 40 % einen erheblichen Teil der Notfallversorgung ab. „Schätzungen zufolge sind bis zu 39 Prozent davon medizinisch nicht dringend, viele dieser Beschwerden könnten ambulant versorgt werden. Seit vielen Jahren wissen wir, dass ungesteuerte Bagatellfälle die Notfallversorgung blockieren. Ohne verbindliche Steuerung wird es nicht zu einer wirksamen Umsetzung der Reform kommen“, so Prof. Dr. Sascha Flohé für die DGOU.
Philipp Grätzel, basierend auf einer Pressemeldung von DGOU/BVOU
Weitere Informationen:
Gemeinsame Pressemeldung von DGOU und BVOU
Notaufnahmen entlasten: Ersteinschätzung, Ticket-System und Gebühr für Bagatellfälle | DGOU
