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Verordnungssoftware: KBV setzt verbindlichen Standard und macht leichten Wechsel möglich

Foto: Fotolia

Der Text klingt trocken, die Bedeutung dahinter ist aber groß: Pünktlich zum 30. Juni hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) eine einheitliche Schnittstelle für den Wechsel der Arzneimittelverordnungssoftwar<wbr>e festgelegt. Eingetragen wurde sie ins Interoperabilitätsverzeichnis vesta der gematik. Damit hat die KBV erstmalig einen Standard gesetzt und eine Schnittstelle definiert, die in allen Praxisverwaltungssystemen (PVS) verwendet werden muss. „Zum ersten Mal werden die niedergelassenen Ärzte eine echte Auswahl haben und wären zumindest bei der Arzneimittelverordnung nicht mehr automatisch an den Hersteller ihres PVS gebunden. Praxen werden das Arzneiverordnungsmodul austauschen können, ohne das gesamte PVS wechseln zu müssen“, erklärte Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV heute in Berlin. Softwareanbieter können sich ab sofort bei der KBV zertifizieren lassen.

Die neue Schnittstelle basiert auf einem internationalen, sektorenübergreifenden und offenen technischen Standard (HL7/FHIR). Alle PVS- und Verordnungssoftwarehersteller haben nun zwei Jahre Zeit, diese in ihren Systemen umzusetzen. „Das Ganze wird also noch Geduld brauchen“, sagte Kriedel und erläuterte: „Wir hatten uns beim Gesetzgeber dafür eingesetzt, dass wir eine Schnittstelle entwickeln dürfen, die den Wechsel des Verordnungsmoduls möglich macht.“ Den Auftrag dazu verankerte der Gesetzgeber im Paragrafen 291d des Fünften Sozialgesetzbuches.

Zum Hintergrund: Bislang ist es Praxen quasi nicht möglich, ein anderes (zum Beispiel günstigeres oder passenderes) Verordnungsmodul in ihr PVS zu integrieren. Auch der Wechsel des gesamten PVS ist sehr aufwendig.

Anbieter von PVS und Verordnungssoftware können die technischen Informationen zu Festlegung der Schnittstelle hier herunterladen: www.kbv.de/html/35632.<wbr>php .