Kontaktloses Monitoring im Pflegealltag
In die Machbarkeitsstudie flossen quantitativ und qualitativ erhobene Daten ein. Untersucht wurde der Einsatz des kontaktlosen Monitoringsystems Neteera 130 H-Plus unter realen Abläufen einer geriatrischen Station und einer Dialyse-Station der Universitätsmedizin Halle. Über einen Zeitraum von vier Wochen waren 16 Sensoren in sieben Patient:innenzimmern installiert. 21 Pflegekräfte wurden in der Anwendung geschult, 13 nahmen an der quantitativen Evaluation teil.1 Neteera 130 H-Plus erfasst Vitalparameter wie Herz- und Atemfrequenz, den Schlaf sowie Bewegungen, Positionsveränderungen und die Anwesenheit im Bett und dokumentiert diese. Das Kartenspielgroße Gerät (9 x 6 x 2 cm) arbeitet mit einem Radarsensor. Es wird oberhalb des Patient:innenbetts angebracht. Sensoren oder Elektroden am Körper sind für die Nutzung nicht erforderlich, genauso wenig wie eine Kamera. Im Rahmen der Studie diente das System ausschließlich der Evaluation der Anwendung; klinische Entscheidungen wurden weiterhin auf Grundlage der etablierten Monitoringverfahren getroffen.1Hohe Nutzerfreundlichkeit und Akzeptanz
Neben dem Zeitaufwand wurde untersucht, wie sich das Monitoringsystem in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lässt und wie Pflegekräfte dessen Bedienbarkeit und den Nutzen bewerten.1 Dabei erreichte Neteera 130 H-Plus auf der System Usability Skala (SUS) durchschnittlich 74,5 von 100 Punkten. Den Autor:innen der Studie zufolge gilt nach SUS ein Wert von 68 Punkten als Referenz für eine überdurchschnittliche Nutzerfreundlichkeit. Die zusätzlichen qualitativen Interviews bestätigten diese Werte. Die Befragten gaben darin an, dass das System unkompliziert und intuitiv zu bedienen sei. Sogar diejenigen mit geringer technischer Expertise, hätten keinerlei Hürde gesehen, das Neteera Monitoringsystem zu nutzen.1Auf dergeriatrischen Station sahen die Pflegekräfte die Vorteile des kontaktlosen Monitorings etwa in der kontinuierlichen Erfassung und automatierten Dokumentation der Vitalwerte sowie die Möglichkeit, Messungen durchzuführen, ohne Patient:innen dafür aufsuchen oder nachts wecken zu müssen.¹ Gleichzeitig zeigte sich, dass sich die Anforderungen an kontaktloses Monitoring je nach klinischem Einsatzbereich unterscheiden können. Auch auf der Dialysestation wurde das Monitoring insgesamt positiv bewertet. Aufgrund der dortigen akuten Behandlungssituation stellen die Pflegekräfte jedoch andere Anforderungen an das System. Die Autor empfehlen daher, weiter zu untersuchen, wie kontaktloses Monitoring die spezifischen Anforderungen in Akutsettings bestmöglich erfüllen kann.¹ „Kontaktloses Monitoring bietet vor allem dort Potenzial, wo Vitalwerte bislang regelmäßig manuell erfasst werden“, resümiert Prof. Dr. Patrick Jahn, Inhaber der Professur für Versorgungsforschung mit dem Schwerpunkt Pflege im Krankenhaus an der Universitätsmedizin Halle. „Wir haben im Rahmen der Studie gesehen, dass sich der Zeitaufwand für die Erfassung von Puls und Atemfrequenz mit dem kontaktlosen System von Neteera deutlich reduzieren lässt. Gleichzeitig kamen die Pflegekräfte gut mit dem System zurecht und zeigten eine hohe Bereitschaft, es im klinischen Alltag einzusetzen. Das sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass eine solche Technologie Pflegekräfte tatsächlich entlasten kann.“
Referenzen:
1 Ritter-Herschbach M et al. JMIR Nurs. 2026 Aug 28;9:e93624. 2 Pecha S et al. BMC Nurs. 2026 Jan 9;25(1):97. 3 Tanii R et al. Resusc Plus. 2024 Apr 9;18:100628.
Quelle: Universitätsmedizin Halle / Neteera
