In zahlreichen deutschen Pflegeeinrichtungen verbringen examinierte Pflegefachkräfte einen wachsenden Teil ihrer Arbeitszeit damit, Rezepte bei Arztpraxen anzumahnen, ausbleibende Lieferungen bei Apotheken nachzuverfolgen oder unklare Medikationspläne telefonisch zu klären. Wertvolle Zeit wird so in der Warteschleife oder am Faxgerät vergeudet, statt sie in die Patientenversorgung zu investieren – trotz Telematik-Infrastruktur, E-Rezept und ePA geht der Weg weiterhin häufig über Fax und Telefon. Viele Leistungserbringer nutzen die digitalen Angebote jedoch nicht, trotz Verpflichtung. Das bindet so weiterhin knappe Fachkraftzeit und erhöht zugleich das Risiko für Versorgungslücken und Medikationsfehler, wenn Informationen verspätet, unvollständig oder nur mündlich und auf Zuruf weitergegeben werden.
Das Berliner HealthTech-Unternehmen hellomed hat nun einen kostenlosen 10-Punkte-Kompass veröffentlicht: Er unterstützt ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen dabei, ihre Zusammenarbeit mit Arztpraxen und Apotheken systematisch zu überprüfen und Schwachstellen auch für die nächste MD-Prüfung frühzeitig zu erkennen.
Bis zu 195.000 Euro Personalkosten pro Jahr verschenkt
„Was mir in Gesprächen mit Pflegedienstleitungen immer wieder begegnet, ist nicht in erster Linie Ärger über Personalkosten, sondern Erschöpfung über das sinnlose Hinterhertelefonieren bei Arzt und Apotheke“, sagt Enrico Bernardo, CEO und Mitgründer der hellomed group GmbH. „Eine Pflegefachkraft, die zwischen zwei Medikamentengaben eine Arztpraxis zu erreichen versucht, weil ein Medikationsplan fehlt oder nochmal in die Apotheke fahren muss, weil ein Medikament nicht lieferbar war, verliert Zeit und Konzentration, die bei den pflegerischen Tätigkeiten dann fehlen. Das ist kein Komfortproblem, das ist ein Sicherheitsproblem für Patienten.“
Wie groß dieses Problem rechnerisch ist, hat hellomed auf Basis von über 1.000 Gesprächen mit Pflegeeinrichtungen modelliert: Allein die unkoordinierte Abstimmung zwischen Pflege, Arztpraxis und Apotheke bindet demnach pro Patient und Woche bis zu rund 50 Minuten Personalzeit, je zur Hälfte auf Seiten der Pflegefachkraft und des Apothekenteams. Bei 100 versorgten Pflegepatienten summiert sich das auf schätzungsweise 195.000 Euro Personalkosten im Jahr – für den reinen Abstimmungsaufwand auf beiden Seiten. Eine personell aussichtslose Situation für alle Leistungserbringer.
Arbeit an den Schnittstellen zu Arztpraxis und Apotheke
Der neue Kompass rückt deshalb die entscheidenden Schnittstellen in den Fokus und fasst zehn Kriterien zusammen, anhand derer Einrichtungen ihre Apothekenpartnerschaft und Ärztekooperation unabhängig vom Anbieter einschätzen können: das pflegerische Prozesswissen der Apotheke, ein proaktives und digitalisiertes Rezeptmanagement, die systematische Prüfung von Medikationsplänen auf Wechselwirkungen, eigenständige Rückfragen bei der Arztpraxis, die Vertrautheit mit MD-Prüfkriterien, die Reaktionsgeschwindigkeit bei Therapieänderungen, eine vollständige Patientenabrechnung, verlässliche Liefertermine, planbare Konditionen bei der patientenindividuellen Verblisterung sowie eine digitale Schnittstelle zur Pflegesoftware.
Bleiben bei mehr als zwei Kriterien Zweifel, empfiehlt hellomed ein gemeinsames Gespräch zwischen Pflegeeinrichtung, Arztpraxis und Apotheke zu genau diesen Themen im Detail. „Ein abgestimmter Prozess zu dritt schafft mehr Sicherheit als viele einzelne Telefonate“, erklärt Enrico Bernardo. „Der Kompass soll Einrichtungen dabei helfen, konkrete Fragen zu stellen und aus einem diffusen Gefühl eine belastbare Problembestimmung zu machen auf derer dann Prozesse angepasst werden können.“
Digitale Medikationsversorgung als Lösungsbaustein?
Bleiben die Lücken dennoch bestehen, kann der Wechsel zu einem spezialisierten digitalen Partner sinnvoll sein. hellomed bietet Pflegeeinrichtungen eine vollständig digitale Medikationsversorgung mit automatisiertem Rezeptmanagement, AMTS-geprüften Medikationsplänen, individueller Verblisterung und Anbindung an gängige Pflegesoftware. Einrichtungen, welche hier umgestellt haben, berichten von einer Zeitersparnis von bis zu 20 Minuten pro Patient und Woche allein auf Seiten der Pflegeunternehmen sowie eine deutliche Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit.
Der 10-Punkte-Kompass steht kostenlos zum Download bereit unter:
https://ratgeber.hellomed.com/kann-ihre-apotheke-wirklich-pflege-der-10-punkte-check-fur-pflegedienste-heime.
Dort können Pflegeeinrichtungen auch direkt einen unverbindlichen Beratungstermin vereinbaren, wenn weiterer Beratungsbedarf besteht.
Über hellomed
Die hellomed Group GmbH mit Sitz in Berlin wurde gegründet von Enrico Bernardo, Felix Morawski und Tim Bogdan. Das Unternehmen entwickelt mit hellomedOS eine auf die ambulante und stationäre Pflege spezialisierte Softwarelösung zur qualitätsgesicherten Medikationsversorgung. hellomed digitalisiert besonders fehleranfällige, systemrelevante Prozesse zwischen Pflegeunternehmen, Apotheken, Patienten und Angehörigen. Ziel ist es, die Medikationssicherheit zu erhöhen, Pflegekräfte spürbar zu entlasten und vermeidbare Folgekosten im Gesundheitssystem zu reduzieren.
Weitere Informationen unter www.hellomed.com
