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Unternehmensnews |

Diagnose „zukunftsreif“: Was Generative KI für Krankenhäuser wirklich leisten kann

Der demografische Wandel trifft Krankenhäuser gleich doppelt: Auf der einen Seite steigt durch eine alternde Bevölkerung der Bedarf an medizinischer Versorgung, auf der anderen verschärft sich der bereits bestehende Fachkräftemangel. Mit Generativer KI (GenAI) lassen sich jedoch viele betriebliche Abläufe optimieren, um das Personal zu entlasten und ihm mehr Zeit für die Patientenversorgung zu verschaffen. Dell Technologies stellt sechs Use Cases vor, die Krankenhäuser mit überschaubarem Aufwand umsetzen können.

Dr.-Ing. Marten Neubauer, Field Director Healthcare bei Dell Technologies in Deutschland; Foto: © Dell Technologies

Künstliche Intelligenz bietet Krankenhäusern viele Möglichkeiten, doch gerade der Einsatz bei der Diagnose von Erkrankungen und der Personalisierung von Behandlungen ist sehr herausfordernd. Das liegt nicht nur am anspruchsvollen Training der KI-Modelle, das umfangreiche Datenbestände, spezialisiertes Know-how und äußerst leistungsfähige IT-Infrastrukturen voraussetzt, sondern auch am engen regulatorischen Rahmen aus DSGVO, Medizinprodukteverordnung (MDR) und EU AI Act. Einfacher umsetzbar ist die Einführung von GenAI zur Verbesserung betrieblicher Abläufe: Hier sind die benötigten Daten üblicherweise bereits vorhanden, und auch geeignete Sprachmodelle, die mit überschaubaren Anpassungen genutzt werden können, sind relativ breit verfügbar. Diese laufen lokal auf „normalen“ IT-Systemen und erfordern keine riesigen Budgets und Projekte. Besonders vielversprechend ist der Einsatz in den folgenden Bereichen:

  1. Schneller Wissenszugang für das Personal: In Krankenhäusern existieren unzählige Handlungsanweisungen, Best Practices und Ablaufpläne für die unterschiedlichsten Situationen. Das können alltägliche Dinge wie die Aufnahme, Verlegung oder Entlassung von Patienten oder die Übergaben beim Schichtwechsel sein, aber auch besondere Umstände wie der schwere Sturz oder gar Tod eines Patienten. Ein interner Chatbot kann dieses Wissen leicht zugänglich machen, und das in den verschiedensten Sprachen und jederzeit. Statt sich durch Berge von Dokumenten zu wühlen oder auskunftsfreudige Kollegen zu suchen, können Pflege- und andere Kräfte den Chatbot bei Bedarf in ihrer Muttersprache befragen. Insbesondere neuen Mitarbeitern, Springern und externen Leihkräften erleichtert das die Einarbeitung, während es dem Krankenhaus hilft, die angestrebten Qualitätsstandards einzuhalten. 
  2. Komfortable Recherche in medizinischen Unterlagen: Ebenso können Chatbots den Ärzten und dem medizinischen Personal die Recherche in alten Patientenakten, Fachliteratur, klinischen Studien und Forschungsberichten erleichtern. In Sekundenschnelle fasst GenAI umfangreiche Dokumente zusammen, gleicht Informationen ab und erlaubt spezifische Rückfragen. Auf diese Weise hilft sie Medizinern, sich einen Überblick über ähnlich gelagerte Fälle aus der Vergangenheit sowie neueste Studien- und Forschungsergebnisse zu verschaffen und mögliche Ansätze für Behandlungen zu finden. Wichtig ist, dass sie die Antworten überprüfen – Quellenangaben helfen dabei und erlauben es, unkompliziert die Ursprungsinformationen abzurufen.

  3. Einfache Erstellung von Berichten und Abrechnungen: Derzeit wird in Krankenhäusern noch viel Zeit darauf verwendet, Dokumentationen, Abrechnungen, Arztbriefe und andere Schriftstücke zu erstellen. GenAI kann die Erstellung erheblich vereinfachen und beschleunigen, indem sie aus den vorhandenen Daten die benötigten Dokumente generiert. Dabei handelt es sich zwar nur um Entwürfe, die die verantwortlichen Mitarbeiter noch prüfen müssen, doch auch das kann die KI mit Erklärungen, Begründungen und Plausibilitätschecks unterstützen. Somit haben Ärzte, technische Assistenten und Pflegepersonal weitaus weniger Aufwand mit den administrativen Tätigkeiten und können sich stärker der Betreuung von Patienten widmen.

  4. Übersetzung von Informationsmaterial und Formularen: Üblicherweise werden Patienten in Krankenhäusern mit vielen Unterlagen konfrontiert – von allgemeinen Informationsbroschüren über Datenschutzerklärungen bis hin zu Aufklärungsbögen, Einwilligungserklärungen und Wahlleistungsvereinbarungen. GenAI kann diese Dokumente übersetzen, sodass alle Patienten sie in ihrer Muttersprache lesen können, so exotisch sie auch sein mag. Das erleichtert insbesondere das Verständnis der medizinischen und rechtlichen Informationen und erspart dem Personal mühsame Übersetzungs- und Erklärungsversuche in Sprachen, die es nicht oder nicht fließend spricht.

  5. Stärker automatisierte Dokumentation: Mithilfe von Optical Character Recognition (OCR) und Natural Language Processing (NLP) lassen sich handschriftliche Notizen und Sprachaufzeichnungen von Ärzten inzwischen komfortabel digitalisieren. Die Daten liegen dann allerdings in einer unstrukturierten Form vor und können nur schlecht genutzt beziehungsweise weiterverarbeitet werden. GenAI ist in der Lage, die digitalen Freitextnotizen zu strukturieren, um sie in ein standardisiertes Format zu bringen, oder wichtige Informationen zu extrahieren und in klinische Informationssysteme einzupflegen. Das nimmt dem Personal nicht nur Arbeit ab, sondern erhöht auch die Datenqualität im Krankenhaus.

  6. Unterstützung bei der Patientenkommunikation: Chatbots auf Websites, Sprachbots an Hotlines und digitale Assistenten im Krankenhaus können die Kommunikation mit Patienten vor und während ihres Aufenthalts deutlich vereinfachen. Sie vereinbaren Termine, beantworten Fragen und nehmen Beschwerden ebenso wie Essens- und Getränkewünsche rund um die Uhr entgegen. Damit entlasten sie das Personal bei organisatorischen Aufgaben, wobei für Patienten immer die Möglichkeit besteht, die KI um die Benachrichtigung von Ärzten oder Pflegepersonal zu bitten. Im Zusammenspiel mit einer Sentiment-Analyse können digitale Assistenten sogar die Stimmung oder Anzeichen einer psychischen Erkrankung des Gegenübers erkennen und selbstständig menschliche Unterstützung anfordern.

„Generative KI ist langfristig die beste Möglichkeit, dem demografischen Wandel zu begegnen und die Versorgungsqualität hochzuhalten“, betont Dr.-Ing. Marten Neubauer, Field Director Healthcare bei Dell Technologies in Deutschland. „Der Anspruch von Krankenhäusern sollte sein, ihr Personal zielgerichtet und sinnvoll in der Patientenbetreuung einzusetzen und es nicht mit Verwaltungsaufgaben wie dem Ausfüllen von Formularen oder der Suche nach Informationen zu beschäftigten. Das sind Tätigkeiten, die GenAI viel effizienter erledigen kann.“

 

Dell-Blog:

https://www.delltechnologies.com/de-de/blog/ 

 

Über Dell Technologies
Dell Technologies (www.delltechnologies.com) unterstützt Organisationen und Privatpersonen dabei, ihre Zukunft digital zu gestalten und Arbeitsplätze sowie private Lebensbereiche zu transformieren. Das Unternehmen bietet Kunden das branchenweit umfangreichste und innovativste Technologie- und Services-Portfolio für das KI-Zeitalter.