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Unternehmensnews |

Die 10 wichtigsten Hitzeschutzmaßnahmen für IT-Infrastruktur in Kliniken & Praxen

Experten-Empfehungen von Carsten Schlenzok, Director Operations, ]init[ AG für digitale Kommunikation

1.Kühlung jetzt prüfen
Klimaanlagen und Kühlsysteme im Serverraum müssen vor der Hitzeperiode auf Funktionsfähigkeit geprüft werden: Kältemittelstand, Filterzustand, Abluftführung. Wer jetzt den Notdienst-Kontakt seines Wartungsdienstleisters nicht kennt, findet ihn im Ernstfall nicht rechtzeitig. Eine strikte Einhaltung und Ausrichtung der Systeme in Bezug auf Kalt- und Warmgang sind ebenfalls wichtige Kriterien für Hitzeschutzmaßnahmen.


2. Stromversorgung im Blick behalten
Klimatechnik und Kühlung erhöhen den Stromverbrauch erheblich. Das kann USV-Anlagen (unterbrechungsfreie Stromversorgung) und Netzersatzaggregate stärker belasten als geplant. Jetzt ist der richtige Moment, Kapazitätsgrenzen zu kennen und Ansprechpartner für Störfälle zu verifizieren.

 

3. Backup-Prozesse auf den Prüfstand stellen
Hitzebedingte Hardwareausfälle passieren schnell und unerwartet. Deshalb müssen Datensicherungen aktuell, vollständig und wiederherstellbar sein. Ein Backup, das nie getestet wurde, ist kein Backup: Jetzt einen Restore-Test durchführen.


4. Temperatur-Monitoring aktiv schalten
Serverräume sollten mit Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren ausgestattet und Alarmschwellen definiert sein. Wer keine automatische Benachrichtigung hat, riskiert, einen kritischen Anstieg erst zu bemerken, wenn Systeme bereits ausfallen.


Empfohlene Schwellenwerte als Orientierung:

  • Warnstufe (Voralarm): ab ca. 25 °C Raumtemperatur - Manuelle Prüfung einleiten.
  • Kritische Stufe: ab ca. 30 °C - Eskalation und ggf. kontrolliertes Herunterfahren nicht kritischer Systeme

 

5. Priorisierung: Welche Systeme können bei Überlast heruntergefahren werden?
Nicht alle IT-Systeme sind gleich kritisch. Gerade in Kliniken und Praxen gibt es eine klare Hierarchie der Verfügbarkeitsanforderungen. Wer diese Hierarchie vor einer Hitzekrise kennt und dokumentiert hat, kann im Ernstfall schnell und sicher handeln, ohne unter Druck falsche Entscheidungen zu treffen.

 

6. Empfehlung: Erstellen Sie eine einfache Prioritätenliste mit drei Stufen: Priorität Systemkategorie Beispiele Abschaltbar bei Überlast?

 

Diese Liste muss schriftlich vorliegen, mit der Geschäfts- bzw. Klinikleitung abgestimmt sein und dem IT-Bereitschaftsdienst bekannt sein. Im Ernstfall ist keine Zeit für Abstimmungsrunden.

 

7. Betriebskapazität sicherstellen
Hitze macht auch dem IT-Personal zu schaffen: Urlaubs- und Krankheitszeiten häufen sich im Sommer. Vertretungsregeln, Rufbereitschaften und ein klarer Eskalationsweg sollten jetzt geregelt sein.

 

8. Physische Zugänglichkeit und Notfallzugang sicherstellen
Serverräume sind oft schlecht belüftet, eng und im Sommer kaum betretbar. Prüfen Sie jetzt:

  • Ist der Serverraum auch bei Hitze sicher zugänglich (Beleuchtung, Belüftung für Personen)?
  • Sind Notfallzugänge (Schlüssel, Codes) für Vertretungspersonen dokumentiert und hinterlegt?
  • Gibt es einen Handlungsleitfaden für den Fall, dass die Kühlung ausfällt und niemand vor Ort ist?

 

9. Externe Abhängigkeiten und Cloud-Dienste einbeziehen
Wer Teile seiner IT in die Cloud ausgelagert hat oder externe Dienstleister nutzt, sollte prüfen:

  • Sind SLAs (Service Level Agreements) auch für Hitzeereignisse relevant?
  • Gibt es definierte Ansprechpartner beim Dienstleister für Notfälle?
  • Sind Zugangsdaten zu Cloud-Konsolen und Admin-Portalen auch offline verfügbar (z. B. in einem Passwort-Safe oder physisch hinterlegt)?


10. Was man besser lassen sollte
Keine Änderungen an etablierten Routinen im RZ-Betrieb vornehmen!
Hitzephasen sind kein guter Zeitpunkt für Experimente: Wer unter Druck bestehende Abläufe, Konfigurationen oder Prozesse anpasst, schafft unnötige Fehlerquellen — genau dann, wenn Stabilität am wichtigsten ist. Bewährte Routinen sind kein Problem, sondern die Lösung.

 

Kurzcheckliste:

  • Vor der Hitzewelle abhaken
  • Klimaanlage/Kühlung gewartet und geprüft
  • Notdienst-Kontakt des Wartungsdienstleisters bekannt
  • USV- und Aggregat-Kapazität geprüft
  • Backup aktuell und Restore-Test durchgeführt
  • Temperatur-Monitoring aktiv, Alarmschwellen definiert
  • Prioritätenliste „abschaltbare Systeme" erstellt und kommuniziert
  • Vertretungsregelungen und Rufbereitschaft geregelt
  • Serverraum-Notfallzugang dokumentiert
  • Externe Dienstleister/Cloud-Kontakte verifiziert


Über die ]init[ AG
Die ]init[ AG für digitale Kommunikation ist der umsetzungsstärkste Experte für Digitalisierung im öffentlichen Sektor und regulierten Branchen. Das 1995 gegründete Unternehmen beschäftigt an Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Portugal rund 1200 Mitarbeitende (nach FTE). Seit Februar 2025 sind auch HBSN und xitee Teil der Unternehmensgruppe.


Zum Kundenkreis gehören das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung sowie zahlreiche Bundes- und Landesministerien. Im öffentlichen Gesundheitswesen deckt ]init[ das komplette Spektrum relevanter Organisationen ab: vom Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) über das Robert Koch-Institut (RKI) und Gesundheitsministerien bis hin zu Einrichtungen der Selbstverwaltung (z. B. Medizinische Dienste), der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung sowie Universitätskliniken und Krankenhäuser.