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Unternehmensnews |

Gesetzesentwurf zur Krankenhausreform: Wenn Qualität entscheidet, muss sie sinnvoll dokumentiert werden

Der jetzt vorgestellte Entwurf zum Krankenhausreformgesetz unter Gesundheitsminister Hermann Gröhe sieht künftig „qualitätsorientierte Vergütungsbestandteile“ für Krankenhäuser vor. Im Klartext: Für gute medizinische Qualität soll es mehr Geld geben, für mindere Qualität weniger. Sollte das Gesetz in dieser Form und wie geplant 2016 in Kraft treten, wird es die Krankenhäuser vor enorme Herausforderungen stellen – die nur mittels intelligenter Technologie bewältigt werden können.

Denn unabhängig davon, welche Qualitätskriterien künftig gemessen werden, bleibt die Frage, wie das administrativ ohnehin schon stark ausgelastete klinische Personal diese dokumentieren soll. Transparenz und Qualitätsmanagement in der medizinischen Versorgung sind keine neuen Forderungen. Tatsächlich haben auch die Kliniken sowie die einzelnen medizinischen Disziplinen selbst ein hohes Interesse daran, die Qualität der eigenen Leistungen zu erfassen. Einerseits lässt sich anhand der dokumentierten Daten ein Benchmarking mit anderen Kliniken/Fachabteilungen ableiten. Andererseits kann die Qualität der Medizin insgesamt nur gesteigert werden, wenn sowohl positive Qualitätsdaten als auch negative Werte, wie beispielsweise Komplikationen, detailliert erfasst und deren Ursachen ergründet werden können.

Mit dem richtigen Application-Service zu mehr Qualität

In der Praxis mangelt es dem medizinischen Personal jedoch oftmals an der notwendigen Zeit, um eine umfassende Dokumentation gewissenhaft durchzuführen. Durch die Teilnahme an Studien oder bereits existierenden Qualitätsregistern besteht ohnehin ein hoher administrativer Aufwand: Ein- und dieselben Daten müssen nicht selten mehrfach in verschiedene Systeme eingepflegt werden. Damit wird die qualitätsbezogene Vergütung für die Krankenhäuser auch zu einer Frage der richtigen Technologie zur Erfassung der Qualitätsmerkmale.

Ein Blick in das Nachbarland Schweiz zeigt, wie eine solche aussehen kann und wie die richtige Technologie die medizinische Qualität verbessern kann. Erstes Beispiel: Die Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der Chirurgie (AQC). Nahezu alle chirurgisch tätigen Einrichtungen der Schweiz speisen ihre Qualitätsdaten mittlerweile in die freiwillige AQC-Datenbank, die dadurch zu einem mächtigen Instrument in der chirurgischen Qualitätsmessung geworden ist. Ein Erfolgsgeheimnis der Qualitätsmessung: Die Registertechnologie der Firma Adjumed Services AG, die dank kluger Algorithmen die Datenerfassung extrem vereinfacht und die Datenauswertung automatisiert bzw. den Teilnehmern individuell zugänglich macht.

So kann die Adjumed Technologie beispielsweise auf Daten aus dem KIS zurückgreifen – selbstverständlich unter Berücksichtigung der geltenden Datenschutzgesetze der jeweiligen Länder. Durch diese Übertragung können zahlreiche, für die Dokumentation notwendige, Parameter automatisch bereitgestellt werden.

Einmalige Eingabe – mehrfacher Nutzen

Darüber hinaus erlaubt die Technologie Querverbindungen zwischen unterschiedlichen Qualitätsregistern. Durch überlappende Fragebögen lassen sich durch eine einmalige Dateneingabe verschiedene Qualitätsmessungen durchführen. Eine solche Überlappung ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn – wie ebenfalls im Gesetzentwurf geplant – spezialisierte Zentren entstehen, die ihre besondere Qualität in bestimmten medizinischen Bereichen dokumentieren müssen.

So wie die Swiss Society for the Study of Morbid Obesity and Metabolic Disorders (SMOB), die im Jahr 2001 ein Evaluationsregister für bariatrische Eingriffe aufbaute. Bis dahin wusste niemand so recht, welche Einrichtungen Bariatrie betreiben oder wie häufig und welches Patientenklientel operiert wird.

Mittlerweile wurden klare Qualitätsvorgaben gemacht. So muss eine bariatrische Einrichtung eine Mindestfallzahl von 25 Eingriffen vorweisen, Referenzzentren benötigen mindestens 50 Eingriffe pro Jahr. Darüber hinaus müssen die Zentren ihre fachliche Kompetenz auch in Bezug auf die Infrastruktur nachweisen, also beispielsweise die ständige Präsenz eines bariatrischen Operateurs.

Diese Erfolge in Sachen Qualität wurden hauptsächlich möglich, weil sich das SMOBRegister seit 2011 an die AQC-Dokumentation angehängt hat. Heute greift die SMOB auf die bariatrischen Datensätze der AQC zu, wodurch wertvolle Synergien entstehen. Mit den entsprechenden Offline- wie Online-Schnittstellen lassen sich auch Daten aus dem KIS in das Register einspeisen, was den administrativen Aufwand deutlich senkt. Diese performante Technologie war denn auch der Hauptgrund dafür, dass auch die staatlich vorgeschriebene Dokumentation der Hochspezialisierten Viszeralchirurgie in die bestehenden AQC- und SMOB-Fragebögen integriert wurde.

Datendrehscheibe für Qualitätsdaten

Ein weiteres Beispiel für die sinnvolle Verknüpfung von Daten ist das Schweizer Traumaregister. In der Schweiz gibt es landeszweit zwölf zertifizierte Traumazentren, die verpflichtet sind, ihre Daten zwecks Qualitätskontrolle in dieses Register einzuspielen. Über die reinen Basisdaten der Behandlung hinaus erfasst das Register von den Zentren festgelegte Informationen wie Überlebensraten, postoperative Liegezeiten oder Komplikationen. Die Formularstruktur ist mehrdimensional und verknüpft automatisch Diagnosen mit Therapiemaßnahmen und umgekehrt. Eine statistische Auswertungsmöglichkeit steht den Beteiligten zu jedem Zeitpunkt für ein Qualitätsbenchmarking zur Verfügung.

Entscheidend für die Akzeptanz bei den Anwendern war, dass die eingegebenen Daten automatisch in die Datenbank des Traumaregisters der DGU (Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie) einfließen und so eine doppelte Dateneingabe für diejenigen Zentren, die sich am DGU Register beteiligen, entfällt.

„Für ein solches Konstrukt ist unsere Technologie bestens ausgelegt. Die Adjumed Services ermöglicht es, über die Grundformulare Werte von einem Fragebogen in den anderen zu transportieren. Darüber hinaus ist unsere Schnittstelle so ausgestaltet, dass neue Felder und Codes automatisch überspielt werden können, ohne die Schnittstelle jedes Mal erweitern zu müssen“, erklärt Dr. Luzi Rageth, Gesch.ftsführer der Adjumed Services AG in Zürich. Die  adjumed-Technologie vereinfacht so nicht nur das Eingeben/Importieren, Transcodieren und Prüfen der Daten, sondern sie lässt sich auch als Datendrehscheibe für Qualitätssicherung zu den verschiedenen privaten und staatlichen Registern einsetzen.

Mit Ansätzen wie diesen können die Krankenhäuser der geplanten Qualitätsoffensive der Bundesregierung relativ gelassen entgegen sehen.

Über die Adjumed Services AG

Das Schweizer Unternehmen Adjumed Services AG in Zürich verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der Dateneingabe, Datenhaltung und Datenanalytik und konsolidiert mittlerweile Daten von über 90 Prozent aller Schweizer Kliniken. Unter anderem betreut Adjumed die mehr als 1 Millionen Records der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der Chirurgie (AQC) und konzipierte hierfür die komplette Eingabe-, Berechnungs-, Prüfungs-, Auswertungs- und Ausgabelogistik.

Adjumed bietet individuelle Lösungen für sämtliche Anforderungen medizinischer Register inklusive der Patienteneinbeziehung und fokussiert sich auf die intelligente Bearbeitung der jeweils relevanten Fragestellungen. Das ISO-zertifizierte Unternehmen stellt hierzu eine performante Plattform zur Verfügung und kümmert sich um die komplette Systemtechnik.

www.adjumed.ch