Eine neue pan-europäische Studie mit mehr als 1.000 Ärzt:innen und 5.000 Patient:innen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Schweden zeigt einen breiten Konsens: Künstliche Intelligenz (KI) könnte dazu beitragen, Europas angespannte Gesundheitssysteme zu entlasten, indem sie Ärzt:innen mehr Zeit für die Patient:innenversorgung verschafft.
Der von Tandem Health in Auftrag gegebene „Time to Care Report 2025“ beschreibt ein Gesundheitssystem in der Krise, in dem zunehmend der Verwaltungsaufwand – und nicht die Patient:innen – im Mittelpunkt steht.
Europaweit nannten Ärzt:innen zeitaufwändige Prozesse und administrative Aufgaben (62,4 %) als ihren größten Frustrationsfaktor, wobei fast die Hälfte (52,7 %) angab, dass diese Belastung ihre Aufmerksamkeit für Patient:innen verringert.
Jede:r vierte Ärzt:in verbringt mittlerweile mindestens zwei Stunden pro Tag mit Dokumentation – in Schweden und Großbritannien ist dieser Anteil sogar noch höher. In Frankreich stimmte mehr als ein Drittel (36 %) der Befragten der Aussage zu, dass ihre psychische Gesundheit durch die administrative Arbeitsbelastung beeinträchtigt wird – einer der höchsten Werte unter den untersuchten europäischen Ländern.
Auch die Patient:innen gaben an, dass sie die Auswirkungen deutlich spüren: Fast die Hälfte sagte, dass Ärzt:innen durch Bildschirme abgelenkt seien, und etwa jede:r fünfte Patient:in (17–20 %) berichtete, dass der Arzt bzw. die Ärztin den Großteil der Konsultation damit verbrachte, auf den Bildschirm zu schauen und zu tippen.
Die Umfrage signalisierte jedoch auch eine Verschiebung in der Debatte über KI im Gesundheitswesen: Sowohl Ärzt:innen als auch Patient:innen zeigten großen Optimismus hinsichtlich des Potenzials von KI, den administrativen Aufwand zu verringern und die Versorgungsqualität zu verbessern:
- Rund zwei Drittel der Ärzt:innen gaben an, dass der größte Nutzen von KI darin liege, Zeit zu sparen oder die Interaktion mit Patient:innen zu verbessern.
- Mindestens drei Viertel der Patient:innen waren offen dafür, Ärzt:innen aufzusuchen, die KI-Tools einsetzen.
- Sechs von zehn Patient:innen fanden, dass KI die Versorgung schneller und sicherer machen könnte, während die Hälfte weniger Fehler in ihren medizinischen Unterlagen und mehr persönliche Zuwendung erwartet.
Die Patient:innen hatten jedoch klare Erwartungen an die Technologie. Fast drei Viertel der europäischen Patient:innen gaben an, dass sie Ärzt:innen, die KI-Tools einsetzen, vertrauen würden – vorausgesetzt, Datenschutz und Transparenz sind gewährleistet. Mehr als die Hälfte der Patient:innen wünschte sich strengere Datenschutzmaßnahmen (54–58 %), und mindestens 40 % forderten mehr Transparenz darüber, wie KI-Systeme funktionieren.
Trotz großer Aufgeschlossenheit bleibt die regelmäßige Nutzung gering. Europaweit gaben 13 % der Ärzt:innen an, ein KI-gestütztes Tool zur medizinischen Dokumentation regelmäßig zu verwenden, weitere 30 % gelegentlich. Zwar kennen die meisten solche Lösungen, doch nur wenige setzen sie bereits routinemäßig ein.
Lukas Saari, CEO von Tandem Health, sagte: „Das Vertrauen und die Erwartungen der Patient:innen werden in Diskussionen über KI oft übersehen. Unsere Studie zeigt, dass Ärzt:innen und Patient:innen dasselbe Ziel verfolgen: eine bessere Versorgung durch Menschen, unterstützt von Technologie. KI wird die menschliche Seite der Medizin niemals ersetzen; sie ist dafür da, sie zu stärken. Aber Europa kann sich kein weiteres Jahrzehnt voller Pilotprojekte leisten. Die Frage ist nicht mehr, ob KI das Gesundheitswesen verändern wird, sondern wie schnell wir diese Veränderung real umsetzen. Jeder Monat, den wir zögern, bedeutet mehr Verwaltungsaufwand, mehr Fälle von Burnout – und weniger Zeit für Patient:innen.“
„KI-gestützte Dokumentation schafft endlich wieder Zeit und Aufmerksamkeit für Patient:innen. Ich kenne als Ärztin und als Mensch beide Seiten. Umso mehr freut es mich, dass in unserer Studie zwei Drittel der befragten Ärzt:innen bestätigen: KI kann helfen, wieder mehr Zeit für die eigentliche Versorgung zu gewinnen. Gleichzeitig zeigen Patient:innen eine große Offenheit für den Einsatz von KI in der Arztpraxis. Jetzt gilt es, dieses Potenzial in der Realität zu heben und die ärztlichen Kolleg:innen im Sinne aller Beteiligten spürbar zu entlasten“, so Dr. med. Carol Wildhagen, Director DACH bei Tandem Health.
Der Tandem Health „Time to Care Report 2025“ untersuchte die Wahrnehmungen von administrativer Belastung, Burnout, digitaler Transformation und der Bereitschaft zum Einsatz von KI in fünf großen europäischen Gesundheitsmärkten. Die Ergebnisse zeigen, dass Ärzt:innen und Patient:innen ein gemeinsames Gefühl der Dringlichkeit teilen: Beide Gruppen sehen KI als entscheidend an, um den Fokus wieder auf die Versorgung zu richten, Vertrauen aufzubauen und die Gesundheitsversorgung in der Zukunft zu sichern.
Hier finden Sie den vollständigen „Time to Care Report 2025“.
Tandem Health „Time to Care Report 2025“:
- Erhebungszeitraum: März bis August 2025
- Teilnehmende: über 6.000 medizinische Fachkräfte und Patient:innen
- Länder: Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Schweden
- Schwerpunkte: Dokumentationsaufwand, Bekanntheit und Nutzung von KI, Vertrauen der Patient:innen, Datensicherheit sowie Bereitschaft zum Einsatz von KI
Über Tandem Health
Tandem Health ist ein europäisches Healthtech-Unternehmen, das einen vollständigen medizinischen KI-Assistenten für Ärzt:innen, Therapeut:innen und Pflegekräfte entwickelt. Mehr als 1.000 Gesundheitsorganisationen vertrauen bereits auf Tandem. Die Lösung hilft Ärzt:innen, Therapeut:innen und Pflegekräften, ihren Dokumentationsaufwand um bis zu 80% zu reduzieren. Tandem wurde von Ärzt:innen entwickelt und wird von einem Team aus Ärzt:innen geführt. Die Technologie reduziert den Verwaltungsaufwand, ermöglicht den Fokus wieder stärker auf Patient:innen zu richten und unterstützt eine bessere Versorgung bei jeder Konsultation. Tandem erfüllt die regulatorischen Anforderungen für Medizinprodukte sowie für Datenschutz und Datensicherheit. Dazu gehören die CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt der Klasse I gemäß EU-MDR und Zertifizierungen nach ISO 27001 und 13485.
Weitere Informationen finden Sie unter tandemhealth.ai.
