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Unternehmensnews |

Zulassungsstudien von 170 Wirkstoffen nach Geschlechteraspekten analysiert: EQUAL CARE schafft neue Transparenz in der Gesundheitsversorgung

EQUAL CARE, ein daten- und KI-basiertes Health-Tech-Unternehmen, präsentiert das erste Register, das öffentlich verfügbare Arzneimittelinformationen strukturiert und nach geschlechtsrelevanten Aspekten durchsuchbar macht.

Mit der Analyse der ersten 170 Wirkstoffe (INNs) erreicht EQUAL CARE einen zentralen Meilenstein und zeigt, dass sich komplexe regulatorische Texte zuverlässig aufbereiten, sodass die Information für Menschen und Maschinen zugänglich ist. (Webseite zum Registry zu finden unter: registry.equal-care.org)
Im Rahmen der ersten Phase wurden 170 Wirkstoffe (INNs) aus unterschiedlichen therapeutischen Bereichen systematisch analysiert. Der Datensatz umfasst unter anderem Wirkstoffe aus der Kardiologie, Neurologie, Onkologie, Stoffwechselmedizin, Pneumologie und Immunologie sowie weitere ausgewählte Indikationsgebiete.


Warum ein Evidenz-Register notwendig ist
Geschlechtersensible Medizin gewinnt weltweit an Bedeutung, da biologische Unterschiede zwischen Patientinnen und Patienten die Wirksamkeit, Sicherheit und Dosierung von Arzneimitteln beeinflussen können. Dennoch fehlt es in Forschung, Versorgung und Regulierung an einer klar strukturierten, systematisch zugänglichen und vergleichbaren Darstellung dieser Informationen.


„Geschlechtsrelevante Hinweise liegen heute in unterschiedlichen Abschnitten verschiedener Dokumente vor, und ihre Formulierungen variieren je nach Wirkstoffklasse und Dokumenttyp. Eine einheitliche Struktur existiert bislang nicht. Genau hier setzen wir an“, erklärt Thao Nguyen, CEO und Gründerin von EQUAL CARE. „Unser neu veröffentlichtes Evidenz-Register schafft hier erstmals eine technisch konsistente Grundlage, um diese Informationen systematisch aufzufinden und vergleichbar zu machen.“


Während der Verarbeitung der 170 Wirkstoffe wurden unterschiedliche Dokumentformate, Terminologien und Sprachmuster identifiziert. Diese Vielfalt stellt ein wertvolles Trainingsumfeld für KI dar und ermöglicht es, die Modelle für Klassifikation, Mustererkennung und semantische Strukturierung weiter zu verfeinern und auf einen größeren Datensatz anzuwenden.


Durch die Analyse können diese klinischen Studien erstmals in ein einheitliches, maschinenlesbares Format überführt werden. Das Register dient dabei nicht der klinischen Bewertung, Risikoabschätzung oder Therapieempfehlung. Es bildet eine technische Infrastruktur, die vorhandene Evidenzen transparent, vergleichbar und strukturiert zugänglich macht.


Warum dieses Thema jetzt besonders dringlich ist
Obwohl geschlechtsrelevante Unterschiede in Diagnostik, Therapie und Verträglichkeit wissenschaftlich beschrieben sind, sind diese Informationen im klinischen Alltag oft schwer auffindbar oder nicht systematisch aufbereitet. Leitlinien enthalten bislang nur begrenzt geschlechterspezifische Angaben und viele relevante Daten sind über zahlreiche Dokumente verteilt.


„Viele Informationen, die für eine geschlechtersensible Medizin wichtig sind, liegen bereits vor, aber nicht in einer Form, die eine systematische Analyse erlaubt“, sagt Dr. Simone Braun, Ärztin und Gründerin von EQUAL CARE. „Mit dem Evidenz-Register schaffen wir erstmals eine technische Grundlage, auf der datenbasierte Vergleiche, Hypothesen und weiterführende Analysen aufgebaut werden können.“


Weitere Wirkstoffe aus zusätzlichen Fachgebieten folgen zeitnah. Perspektivisch fließen neben Zulassungsstudien auch Post-Marketing-Daten und andere hochwertige Evidenzquellen ein. So entsteht schrittweise ein umfassendes, klinisch relevantes Fundament für geschlechtersensible Diagnostik und Therapie.


Durch regulatorische Entwicklungen wie den EU AI Act und den European Health Data Space steigt zudem der Bedarf an standardisierten, transparenten Datenstrukturen; ein Bereich, in dem EQUAL CARE eine notwendige Lücke schließt.


Über EQUAL CARE
EQUAL CARE ist ein von Thao Nguyen, Dr. Simone Braun und Ioana Freise gegründetes Unternehmen mit Standorten in der Schweiz und Deutschland, das technische Grundlagen für eine geschlechtersensible Gesundheitsversorgung entwickelt. Die Gründerinnen vereinen Expertise aus Medizin, Datenanalyse, Technologie und Gesundheitsregulierung und arbeiten daran, vorhandene medizinische Informationen strukturiert und transparent zugänglich zu machen. Auf dieser Basis unterstützt EQUAL CARE präzisere Forschung, digitale Gesundheitslösungen und eine wissenschaftlich fundierte, geschlechtersensible Medizin.
www.equal-care.org