Seit Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) wurden über 120 Millionen Dokumente in mehr als 70 Millionen angelegten ePA gespeichert. Das ist ein Meilenstein, auf den wir alle im Gesundheitswesen gemeinsam stolz sein können. Auch international bleibt dieser Fortschritt nicht unbemerkt.
Unsere europäischen Partner sprechen mich immer wieder auf das Tempo an, das Deutschland bei der Einführung der ePA vorgelegt hat. Das zeigt, was möglich ist, wenn wir miteinander und nicht nebeneinander handeln.
Stehenbleiben dürfen und wollen wir an dieser Stelle nicht. Die ePA soll, sie muss mehr sein als ein digitales Archiv, das wünsche ich mir auch als Patient. Neue Funktionen, die dieses Jahr noch starten, bieten immer mehr Interaktion, Information und Beratung. So werden Apotheken und Versicherte frei verkäufliche Arzneimittel eintragen können, Patientinnen und Patienten können Einnahmehinweise und Pushnachrichten erhalten und Gesundheitsfachkräfte mittels Volltextsuche noch leichter relevante Informationen filtern.
Das zeigt, was die ePA heute schon kann und zu was sie morgen in der Lage sein wird: Dank ihr wird die Komplexität der Versorgung beherrschbar. Sie muss daher zur selbstverständlichen Begleiterin im Versorgungsalltag werden – dort, wo Versorgung beginnt, koordiniert wird und zusammenläuft. Aus meiner Sicht gehört sie deshalb ins Zentrum der Primärversorgung. Das GeDIG stellt die passenden Weichen dafür. Wie erfolgreich diese Systemänderung in der gelebten Praxis wird, darüber entscheidet dann wieder das Miteinander.
Autor:
Dr. Florian Fuhrmann
ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Digitalagentur gematik
Kontakt: kolumne(at)gematik.de
