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Jetzt schlägts ePA

von Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM

Die Verführung ist groß, anlässlich der offiziellen ePA-Einführung Anfang Oktober auf deren offensichtlichen Defiziten herzumzureiten. Die üblichen Verdächtigen von heise online über den änd bis zum Virchowbund konnten dann auch nicht widerstehen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Deutschland jetzt endlich eine landesweite ePA hat, die diesen Namen verdient, und dass diverse Nutzungsindikatoren bergauf zeigen, obwohl die ePA bisher kaum strukturierte Daten und noch weniger Krankenhaus kann.


Ein bisschen Grund zum Feiern gibt es schon
Sie kann es bisher kaum, aber sie wird beides in den nächsten Monaten und Jahren lernen. Auch wenn es in Sachen Performance vermutlich noch mal durch ein Tal der Tränen gehen wird, so wird auch die Telematikinfrastruktur insgesamt mittelfristig stabiler werden. Es gibt Länder, die sich auf internationalen Bühnen mit weniger Digitalisierung als leuchtende Vorbilder für den Rest der Welt präsentieren. Deutschland fällt diese Art der Selbstbeweihräucherung schwerer als anderen, und irgendwo ist das ja auch ganz sympathisch. Aber ein bisschen Grund zum Feiern gibt es schon.

Ausruhen sollte sich freilich niemand. Dass Nina Warken für 2026 jetzt gleich zwei Digitalgesetze angekündigt hat, ist deswegen zu begrüßen. Die Politik sollte aber der Versuchung widerstehen, zu stark in die Digitalisierung hineinzuregieren. Es braucht kein Gesetz, das präzise vorgibt, welche Art Datenverarbeitung in der ePA möglich ist und welche nicht. Was sich in der Versorgung bewährt, wird sich zeigen. Viel erlauben und die Beteiligten einfach mal machen lassen, das ist das Gebot der Stunde. In der gerade vorlegten ePA Scorecard der Rhön Stiftung brillierte Deutschland nur in einer von fünf Kategorien, bei den rechtlichen Rahmenbedingungen. Das mag für Sektkorken in Behörden reichen, für eine bessere Medizin reicht das nicht. Da geht mehr.


Autor:

Philipp Grätzel von Grätz

Chefredakteur E-HEALTH-COM