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Health-IT |

Doctolib kauft britische GP-Software-Schmiede

Das Unternehmen Doctolib übernimmt den britischen Hausarzt-IT-Anbieter Medicus – und will damit einen Fuß in die Tür der hausärztlichen Versorgung im NHS bekommen.

Nikolay Kolev, CEO von Doctolib Deutschland Foto: © Doctolib

Das französische Gesundheits-IT-Unternehmen Doctolib hat heute die Übernahme von Medicus bekanntgegeben, einem Anbieter Cloud-basierter Patientenaktenlösungen für Hausarztpraxen im National Health Service (NHS). Als Teil eines langfristigen Engagements will Doctolib in den kommenden Jahren mehr als 100 Millionen Pfund in Großbritannien investieren. Es wird 150 Mitarbeiter:innen in London einstellen und ein eigenständiges Forschungs- und Entwicklungszentrum aufbauen, das IT-Tools für die britische Primärversorgung entwickeln soll.

 

Warum gerade Medicus? Nikolay Kolev, CEO von Doctolib Deutschland und Mitglied des globalen Vorstands des Unternehmens, begründet es so: „Medicus hat etwas Beeindruckendes aufgebaut: das erste neue klinische Softwaresystem für den NHS seit mehr als zwei Jahrzehnten. Gemeinsam wollen wir in die Innovationskraft des britischen Gesundheitssystems investieren und Hausarztpraxen die besten KI-basierten Lösungen bereitstellen, damit medizinische Fachkräfte wieder mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben.“

 

Zugelassen durch den NHS wurde Medicus erst im Sommer 2025. Seither steht es britischen GP-Praxen als eines von mehreren Systemen zur Verfügung. Zum damaligen Zeitpunkt war es in vier GP-Zentren im Einsatz, die insgesamt rund 42000 Patient:innen versorgen. Das System war das erste IT-System im NHS, dass fünf neu etablierte, offene Standards für den Informationsaustausch umgesetzt hatte, darunter eRezepte, eÜberweisungen und die NHS App, die unter anderem Terminierungen sowie GP-Patient:innen-Kommunikation unterstützt.

 

Das Unternehmen Doctolib ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Die Expansion wird getragen von zahlreichen Investoren. Neben Mitteln aus Frankreich kommt Geld von Athos, dem Family Office der Hexal-Gründer Thomas und Andreas Strüngmann. Ebenfalls engagiert sind die beiden Investmentfonds Generation Investment Management und Invus, außerdem die A.P. Møller Foundation der dänischen Familie Maersk, deren Vermögen auf Container-Schifffahrt und Logistik zurückgeht.