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Vernetzung |

Nächste Ausfahrt Patientenakte

Foto: © Micha R

Das Fernsehen hat seine Sommerinterviews. Wir auch. Nach Vorlage des TSVG-Entwurfs haben wir uns umgehört – bei Kassen, Ärzten und Aktenentwicklern.

 

Der Entwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) hat in Sachen elektronische Patientenakten in einigen Punkten Klarheit gebracht. Zum einen sollen die Krankenkassen verpflichtet werden, spätestens 2021 ihren Versicherten elektronische Patientenakten nach §291a anzubieten, jene Akten also, bei denen die Gematik Ende 2018 die endgültige Spezifikation vorlegen muss. Damit ist mehr oder weniger klar – und eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen unterstreicht das nochmal, dass Berlin die elektronische Gesundheitsakte nach §68 als Auslaufmodell bzw. allenfalls als eine Testwiese ansieht.

 

Die zweite Klarstellung kommt mit Ankündigung: Patientenakten nach §291a sollen einen mobilen, von der elektronischen Gesundheitskarte und dem elektronischen Arztausweis unabhängigen Zugangsweg bekommen. Dieser soll nicht der klassischen Sicherheitszertifizierung durch das BSI unterliegen, und er soll als Alternative, nicht Ersatz zu einem Zugriff per elektronischer Gesundheitskarte angeboten werden.

 

Damit müssen alle nacharbeiten. Die Gematik muss an ihre Spezifikation ran und diese deutlich umschreiben. 200.000 Euro veranschlagt das Ministerium dafür in seiner Erläuterung zum Gesetzentwurf. Und auch die Kassen werden ihre diversen Akten ändern müssen, bei denen es sich bisher ja noch um unregulierte Gesundheitsakten handelt. Künftig wird, wenn das Gesetz so kommt, wie vorgesehen, eine Gematik-Zertifizierung nötig, und ein kartenbasierter Zugangsweg mit aufwändiger BSI-Sicherheitszertifizierung muss zumindest als Option angeboten werden.

 

Ob dafür schon existierende Projekte neu ausgeschrieben werden müssen, werden die nächsten Monate zeigen. Wir lassen in diesem Newsletter wichtige Akteure der deutschen Patientenakten-Bewegung selbst zu Wort kommen und wünschen eine interessante Lektüre.

 

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM

 

Zu den Interviews

 

Die Sicht der KBV:
„Wir wollen auf keinen Fall ein Parallelgremium“

Die Sicht der Techniker Krankenkasse
„Es gibt den starken Wunsch nach mehr“

Die Sicht der AOK
„Die Rolle des Versicherten muss noch weiter gestärkt werden.“

Die Anbietersicht
„Die KV-Connect-Schnittstelle kommt noch in diesem Jahr“